Ich bin agiler Berater und Geschäftsführer der it-agile GmbH. In diesen Blog schreibe ich unregelmäßig meine Gedanken zu Themen wie Agile Methoden, Softwareentwicklung, Lean, Business, Internet und anderem.

18.3.11

Auf die Schnelle: TOP 3 für Retrospektiven

Gerade gestern hat mich ein Kunde gefragt, was denn die TOP 3 der Dinge sind, die es zu bedenken gilt, wenn man jetzt gleich mal eine Retrospektive in einem Team durchführt. Erst dachte ich, dass man das so eigentlich nicht beantworten kann (und vielleicht auch nicht sollte). Schließlich gibt es tolle Literatur dazu und tolle Schulungen, aber es hat mich doch gereizt, also habe ich geantwortet:


TOP 1: Gleich am Anfang klarmachen, dass die Veranstaltung nicht zum Blaming (auch nicht zur Selbst-Beschuldigungen!) da ist und nicht zum Jammern. Wir wollen ehrlich schauen, was gewesen ist, auch was doof war, aber immer mit dem konstruktiven Blick in die Zukunft. Einstimmung: "Stellt Euch immer vor, Euer Gegenüber wolle Euch helfen!" (nicht ganz einfaches Gedankenexperiment für alle.)


2. Es passiert nicht nur Schlechtes. Beim Sammeln von Themen und Fakten immer auch darauf achten, dass man auch die guten Sachen mitnimmt. Man kann z.B. mit einer Übung wie sad-glad-mad (jeder schreibt etwas auf, was ihn traurig gemacht hat, UND etwas, was ihn froh gemacht hat, UND etwas, was ihn verrückt oder wütend gemacht hat). Dann wurde jeder gesehen, man muss trotzdem gemeinsam priorisieren, worüber man dann weiter redet und kann nie alles vollständig bearbeiten.



3. Nicht zu schnell zu Lösungen kommen. Klingt vielleicht paradox, aber es ist soooo wichtig, dass man erst einmal versteht, warum die Ding so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind und sich den dahinterliegenden Problemen nähert. Sonst wählt man die falschen Lösungen. Beispiel-Technik dafür: "5 Why", also mehrmals hinterfragen, warum es so kam, bis man nach ca. 5 mal raus hat, was es wohl eigentlich ist (leider oft ja auch eine Menge an Dingen). Lieber aus einer Retro nur mit einer Lösung rausgehen, die dafür alle überzeugt als 10 halbherzige Maßnahmen, für die sich keiner zuständig fühlt (also: an Zuständigkeit beim Lösungbeschließen denken: Wer macht es bis wann?).

Ob es geholfen hat? ich weiß es (noch nicht). Hilft es Euch?