Ich bin agiler Berater und Geschäftsführer der it-agile GmbH. In diesen Blog schreibe ich unregelmäßig meine Gedanken zu Themen wie Agile Methoden, Softwareentwicklung, Lean, Business, Internet und anderem.

25.3.10

Softwarekolchose: Mitarbeiterbeteiligung mal ernsthaft

Habe ich eigentlich mal erzählt, dass it-agile eine Firma ist, die Ihren Mitarbeitern gehört?
Mittlerweile sieht das Modell bei uns so aus, dass mehr als 60% der GmbH einer Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft gehören, in der (nach einer kurzen Anfangszeit) alle Mitarbeiter zu gleichen Teilen beteiligt sind. Dabei geht es uns absolut nicht darum, dass wir schlechte Gehälter zahlen und so über vermeintliche Wertsteigerungen des Unternehmenswertes Arbeitskräfte anlocken. SO machen wir es nämlich nicht, man muss seinen Anteil wieder abgeben, wenn man das Unternehmen verlässt.
Wir wollten vor allem eine echte Beteiligung an Chancen und Risiken und echte Verantwortung der Mitarbeiter. Das ist glaube ich auch gelungen, auch wenn ich mir da manchmal mehr wünschen würde (ohne dafür mehr zu tun). Immerhin haben wir seit 5 Jahren außerhalb von Probezeiten nur 2 Abgänge bei 14 Neueinstellungen zu verzeichnen gehabt (und ich glaube, dass beide wesentlich damit zu tun haben, dass wir reisende Berater und Entwickler sind).
Zwei mal im Jahr finden Tuningtage statt, auf denen wir strategische Entscheidungen irgendwo zwischen Mitarbeiter und Gesellschafter treffen für die Firma.
Ich als einer der Chefs bin da ja Schizophrenie gewohnt, aber für die Kollegen fühlt es sich manchmal komisch an, wenn sie als Gesellschafter zu einem anderen Schluss kommen als als Mitarbeiter. Aber auch darum geht es uns ja, dass keine Front zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer verlaufen muss. Als Gesellschafter merke ich ggf. selbst, dass eine zu großzügige Reisekostenregelung unterm Strich dem Unternehmen und den Gesellschaftern schadet. Im Zweifelsfall gewinnt dann aber doch bei vielen das Mitarbeiterherz. Ist ja auch schwierig. Und vielleicht auch OK. Denn bei uns sind die Mitarbeiter ja nicht nur das sprichwörtliche Kapital, sondern auch die Kapitalgeber des Stammkapitals.