Ich bin agiler Berater und Geschäftsführer der it-agile GmbH. In diesen Blog schreibe ich unregelmäßig meine Gedanken zu Themen wie Agile Methoden, Softwareentwicklung, Lean, Business, Internet und anderem.

11.11.10

Vortrag auf dem Scrum Gathering Amsterdam am 16.11.2010 "The Power of Feedback"

Nächste Woche werde ich auf dem Scrum Gathering in Amsterdam einen Lightning Talk mit dem Titel "The Power of Feedback" präsentieren. Der Vortrag ist nur 5 Minuten lang und im Ignite-Stil, also 20 Folien mit jeweils 15 sek., das ist doch noch mal überraschend schneller als ein Pecha Kucha Vortrag (siehe auch meinen Blogpost zum agilen Koffer). Erschwerend kommt hinzu, dass ich knapp 10 Jahre keinen Vortrag mehr auf Englisch gehalten habe, da bin ich auch gespannt.
Was den Inhalt angeht, werde ich vielleicht nach dem Scrum Gathering und ein wenig Feedback zum Vortrag noch detaillierter berichten. Hier nur die Grundessenz:
Ich bin mittlerweile überzeugt, dass schnelles Feedback und die Flexibilität, es auch schnell in die Planung einfließen zu lassen, die Unique Selling Proposition agiler Softwareentwicklung sind! Denn dadurch eröffnen sich ja gerade für riskante Projekte ganz neue Chancen, weil ich eben nicht weit im Voraus und dann auch noch im Detail planen muss, sondern schnell mit dem Lernen durch agile Softwareentwicklung beginnen kann. Auch wenn das im Zweifelsfall mal das schnelle Scheitern von Projekten zur Folge hat, ist das doch viel besser als spätes Scheitern (und auch wirtschaftlicher). Oft sollte aber das Feedback auch helfen, um statt des schnellen Scheiterns schnell Umzuplanen und sich neu zu justieren in Richtung Erfolg.

25.5.10

Mein agiler Koffer - PechaKucha-Vortrag als Video

Im letzten November auf der W-JAX in München habe ich einen Vortrag im Pecha-Kucha-Style zum Thema "Mein agiler Koffer" gehalten. Für mich war es der erste Pecha-Kucha-Vortrag. Das Pecha-Kucha-Format sind 20 Folien, die jeweils nur exakt 20 Sekunden angezeigt werden. Wahnsinn, was man da an Vorbereitungszeit für benötigt! Ich hatte mir erst sogar ein Skript gemacht, mich dann aber gegen das Auswendiglernen entschieden, weil es die Gefahr birgt, dass das Vorgetragene nicht mehr lebendig wirkt.

Hier findet man ihn, meinen Pecha-Kucha-Vortrag "Mein agiler Koffer" (Achtung: Flash!).

14.4.10

Wer kann wann?




Schon seit einiger Zeit bieten wir von it-agile den Service werkannwann.de an, um Terminabstimmung per Internet zu vereinfachen. Leider sind wir auch fast unsere einzigen Anwender bisher, wobei das mittlerweile wohl nicht mehr ganz stimmt.

Die Idee zu werkannwann.de (und die reservierte Domain) hatte ich schon lange, und schließlich vor ca. 2 Jahren im Rahmen unserer Beschäftigung mit Groovy/Grails die Gelegenheit mich als Product Owner zu versuchen. Das war eine überraschend ernüchternde Erfahrung: Ich habe viel falsch gemacht und reflektiere das heute wie folgt.

Es geht immer einfacher
Wir haben unglaubliche Mengen an Zeit mit der Entwicklung eines tollen Features zur einfachen Zeiteingabe verwendet. Dazu haben wir uns mit den Entwicklern gemeinsam tolle Slider ausgedacht. Die sind auch wirklich super, aber es gab keinen Grund auf die Slider zu warten mit dem Livegang. Einfache Eingabefelder hätten es definitiv auch erstmal getan.
Das gilt auch für so primitive Dinge wie die Namen zu den E-Mailadressen, auf die wir gut hätten erstmal verzichten können.

Feedback von anderen bekommen und Bekanntheit steigern
Die Entwickler haben da ständig drauf rumgehackt und wollten möglichst früh Feedback von außen. Ich gebe zu, dass mich das eher irritiert hat, weil ich fand, dass es meine Kompetenz als Product Owner in Frage stellt. Außerdem machte es auch das Problem offensichtlich, dass uns die User fehlten, von denen Feedback hätte kommen können. Dieses Problems hätten wir uns aber viel eher stellen sollen, denn was nützt eine tolle Anwendung, die keiner kennt und keiner benutzt.

Über Feedback freue ich mich. Über neue Terminabstimmungen auch: werkannwann.de

25.3.10

Softwarekolchose: Mitarbeiterbeteiligung mal ernsthaft

Habe ich eigentlich mal erzählt, dass it-agile eine Firma ist, die Ihren Mitarbeitern gehört?
Mittlerweile sieht das Modell bei uns so aus, dass mehr als 60% der GmbH einer Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft gehören, in der (nach einer kurzen Anfangszeit) alle Mitarbeiter zu gleichen Teilen beteiligt sind. Dabei geht es uns absolut nicht darum, dass wir schlechte Gehälter zahlen und so über vermeintliche Wertsteigerungen des Unternehmenswertes Arbeitskräfte anlocken. SO machen wir es nämlich nicht, man muss seinen Anteil wieder abgeben, wenn man das Unternehmen verlässt.
Wir wollten vor allem eine echte Beteiligung an Chancen und Risiken und echte Verantwortung der Mitarbeiter. Das ist glaube ich auch gelungen, auch wenn ich mir da manchmal mehr wünschen würde (ohne dafür mehr zu tun). Immerhin haben wir seit 5 Jahren außerhalb von Probezeiten nur 2 Abgänge bei 14 Neueinstellungen zu verzeichnen gehabt (und ich glaube, dass beide wesentlich damit zu tun haben, dass wir reisende Berater und Entwickler sind).
Zwei mal im Jahr finden Tuningtage statt, auf denen wir strategische Entscheidungen irgendwo zwischen Mitarbeiter und Gesellschafter treffen für die Firma.
Ich als einer der Chefs bin da ja Schizophrenie gewohnt, aber für die Kollegen fühlt es sich manchmal komisch an, wenn sie als Gesellschafter zu einem anderen Schluss kommen als als Mitarbeiter. Aber auch darum geht es uns ja, dass keine Front zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer verlaufen muss. Als Gesellschafter merke ich ggf. selbst, dass eine zu großzügige Reisekostenregelung unterm Strich dem Unternehmen und den Gesellschaftern schadet. Im Zweifelsfall gewinnt dann aber doch bei vielen das Mitarbeiterherz. Ist ja auch schwierig. Und vielleicht auch OK. Denn bei uns sind die Mitarbeiter ja nicht nur das sprichwörtliche Kapital, sondern auch die Kapitalgeber des Stammkapitals.